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Abstimmen von Verstärkerleistung und Boxen:

Zum Schutz von Verstärker und Lautsprechern reicht es nicht, die Belastbarkeit der Box an die Leistung des Verstärkers (beide Angaben in Watt) anzupassen. Eben so wichtig ist die Abstimmung der Impedanz (Ohm), denn von diesem Wert hängt es ab, welche Leistung der Verstärker tatsächlich abgibt.

Impedanz abstimmen!

- Grundsätzlich gilt:
Die Impedanz der Box sollte dem Wert des Speakerausgangs am Verstärker entsprechen. Liegt die Impedanz höher, gibt der Amp weniger Leistung ab, wird also leiser. Liegt sie jedoch darunter, besteht die Gefahr, dass sowohl der Verstärker als auch die Box durchbrennen.

- In der Praxis heißt das:
Bei Röhrenverstärkern den Impedanzschalter immer so einstellen, dass er möglichst genau der Impedanz der angeschlossenen Box entspricht. Tubeamps nehmen es aber nicht so ernst (brennen nicht direkt durch), wenn die Impedanz etwas daneben liegt.

Bei Transistoramps ist dagegen besondere Vorsicht angebracht - warum?
Die haben keinen Impedanzwahlschalter, da steht statt dessen z.B.: 100 Watt an 8 Ohm und minimal 8 Ohm drauf. Wenn man jetzt 4 Ohm anschließt, will der Amp die doppelte Leistung von 200 Watt da reindrücken, das kann er aber nicht, weil er nur für 100 Watt Leistung ausgelegt ist. Er fängt an zu verzerren und/oder brennt einfach durch. Schließt man an obigen Amp dagegen eine 16-Ohm-Box an, gibt er nur 50 Watt an die Box ab, also wird er weniger belastet als mit der 8-Ohm-Box, was natürlich völlig unkritisch ist.

Kombination von mehreren Boxen:

Ist keine passende Box vorhanden und der Verstärker hat mehrere Speakerausgänge, können mehrere Boxen in Parallelschaltung betrieben werden. (Boxen bzw. Lautsprecher können auch seriell angeschlossen werden, was in der Praxis selten vorkommt.)
Zu beachten ist, dass die Gesamt-Impedanz der angeschlossenen Boxen immer mindestens der am Verstärker angegebenen Impedanz entspricht und dass jede einzelne Box nur innerhalb ihrer Leistungsgrenze belastet wird.

- Berechnung der Gesamt-Impedanz bei serieller Schaltung:

Zur Berechnung der Gesamt-Impedanz werden die Einzelwerte einfach addiert: Impedanz Box1 + Impedanz Box2 + ...

- Berechnung der Gesamt-Impedanz bei Parallelschaltung:

Die resultierende Gesamt-Impedanz berechnet sich: 1/(1/Impedanz Box1 + 1/Impedanz Box2 + ...). Bei der Parallelschaltung von Boxen gleicher Impedanz entspricht das der Impedanz der Einzelbox dividiert durch die Anzahl der Boxen.

Beispiele:
2 Stück 4-Ohm-Boxen ergeben (4/2=) 2 Ohm Gesamt-Impedanz
2 Stück 8-Ohm-Boxen ergeben (8/2=) 4 Ohm Gesamt-Impedanz
2 Stück 16-Ohm-Boxen ergeben (16/2=) 8 Ohm Gesamt-Impedanz
3 Stück 8-Ohm-Boxen ergeben (8/3=) 2.67 Ohm Gesamt-Impedanz
In jedem dieser Beispiele erhält jede Box die gleiche Verstärkerleistung. Bei der Parallelschaltung von Boxen unterschiedlicher Impedanz wird die Berechnung schon etwas komplizierter.

Übrigens: Wer kein Faible für Mathe hat, der kann auch den Online Impedanz-Rechner benutzen.

- Berechnung der Belastung des Lautsprechers:

Grundsätzlich gilt: beim Anschluss von Boxen unterschiedlicher Impedanz bekommt die mit der niedrigsten Impedanz die meiste Leistung vom Verstärker ab!
Die Formel lautet:
Boxenleistung = Verstärkerleistung*Verstärkerimpedanz/Speaker-Impedanz
Es gibt Endstufen mit z.B. 1000 Watt an 2 Ohm, d.h.: 500 Watt an 4 Ohm, 250 Watt an 8 Ohm, 125 Watt an 16 Ohm. Da es kaum Boxen gibt, die 1000 Watt aushalten, werden dann z.B. 4 Boxen à 8 Ohm à 250 Watt parallel angeschlossen (=1000*2/8).

Beispiel:
An einen Amp mit 200 Watt an 8 Ohm wird eine 8 Ohm-Box mit 400 Watt angeschlossen und eine 4 Ohm-Box mit 50 Watt, das sind zusammen 450 Watt Boxenleistung!!! das müsste ja wohl langen? Die 8Ohm-Box kriegt 200 Watt ab, die 4 Ohm-Box bekommt 400 Watt ab, das sind 600 Watt Amppower, das hält der Amp nicht durch! Die 4 Ohm-Box fliegt auch in die Luft, sie kann ja nur 50 Watt! Nur die 8 Ohm-Box hat eine Überlebenschance.

Alles was hier über Boxen gesagt wurde, gilt natürlich auch für einzelne Speakerchassis.

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