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MIDI im Gitarren-Setup

Hier geht es in aller Kürze nur um die technischen Aspekte, die üblicherweise für Gitarren- und Bassanlagen eine Rolle spielen. Wer eine MIDI-Gitarre benutzt, muß sich allerdings schon etwas weiter in das Thema vorwagen.

MIDI (= Musical Instrument Digital Interface) ist eine digitale Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen Musikinstrumenten. Unabhängig von internen Tonerzeugungs- und Steuerungsvorgängen ist es für eine Verständigung zwischen verschiedenen Geräten notwendig, dass die Daten an der MIDI-Schnittstelle einer allgemeinen Norm entsprechend vorliegen.

Datenübermittlung

Eine Bemerkung an die Soundpuristen, denen MIDI zu "digital" klingt: Über MIDI werden keine Töne oder Sounds übertragen, sondern lediglich Steuerungsparameter; bei Gitarrenanlagen sind es in der Regel sogar nur die Programmwechselbefehle. Der Sound des Amps bleibt völlig gleich, ob er nun per Fußschalter oder über MIDI umgeschaltet wird.
Die Datenübermittlung erfolgt seriell, d.h. nacheinander. In der Regel reicht die Geschwindigkeit für unsere Zwecke völlig aus, nur wenn viele Geräte nacheinander angesteuert werden, können kleine Verzögerungen auftreten. Die Datenübertragung erfolgt immer in eine Richtung: vom Sender zum Empfänger (auch Master und Slave genannt).

MIDI-Anschlüsse

MIDI-Buchsen sind in der Regel 5polige DIN-Buchsen, die mit DIN-Kabeln verbunden werden - leider: Für den Bühnenbetrieb hätte man sich eine robustere Lösung gewünscht. Die Verbindung erfolgt potenzialfrei, d.h. die Masse (Ground) der Geräte wird nicht verbunden und es gibt so keine Brummschleifenprobleme.

Von den 5 Anschlüssen der MIDI-Buchsen werden nur 2 benutzt:

DIN-Stecker Innenansicht

Muss man ein MIDI-Kabel löten und weiss nicht genau welcher Anschluss welcher ist: Ausprobieren, es gibt nur 2 Möglichkeiten und beschädigen kann man nichts.

Der Sender gibt Befehle über MIDI-OUT an MIDI-IN des Empfängers weiter. Dieser kann die erhaltenen Befehle über MIDI-THRU an einen weiteren Empfänger durchreichen. Der Empfänger kann allerdings auch wieder als Sender fungieren und selbst erzeugte MIDI-Daten über MIDI-OUT ausgeben.

MIDI-Kanäle

Der MIDI-Kanal dient zum Filtern der MIDI-Informationen. Sendet ein Gerät auf Kanal 2, so reagiert nur der Empfänger, der auf Empfangskanal 2 eingestellt ist, auf diese Befehle. Ein anderes Gerät, das auf Empfangskanal 1 arbeitet, ignoriert alles, was auf Kanal 2 ankommt, gibt diese Daten aber über MIDI THRU an andere Geräte weiter. Insgesamt gibt es 16 MIDI-Kanäle, dazu den "Omni Mode", in dem die Daten auf allen Kanälen gesendet oder empfangen werden.

MIDI-Befehle

Man unterscheidet grob Befehle, die sich auf einen MIDI-Kanal beziehen (Channel Messages) und kanalunabhängige Systembefehle (System Messages). Für Gitarristen und Bassisten ist nur ein kleiner Teil der Channel Messages interessant: die Programmwechselbefehle (Program Change), mit denen sich ein Effektgerät auf ein bestimmtes Programm umschalten lässt und die Echtzeitkontrolle einzelner Parameter wie z.B. der Lautstärke mit einem Controller-Pedal (Control Change).

MIDI-Mapping

Mapping bedeutet das Zuordnen von internen Programmspeicherplätzen zu Programmwechsel-Befehlen. Ein Sender ist z.B. auf Programm 5 eingestellt und schickt den Program Change-Befehl 5 auf allen Kanälen. Alle Geräte würden jetzt auf Programm 5 umschalten. Das setzt voraus, dass die Programme mit der Nr. 5 aller Geräte im Sound zueinander passen, was nicht sehr wahrscheinlich ist. Besser wäre es daher, wenn zum Programm 5 ein Gerät z.B. auf 20, das nächste auf 33 etc. schalten würde.
Das geht mit MIDI-Mapping:
Wenn sich ein Gerät am Eingang mappen kann, lässt sich der eingehenden Nummer 5 eine beliebige andere Programmnummer zuordnen. Das muss allerdings bei jedem Gerät separat programmiert werden.
Komfortabler ist daher MIDI-Mapping beim Sender:
Jedes der Empfangsgeräte wird auf einen anderen MIDI-Eingangskanal eingestellt, Gerät 1 auf Kanal 1, Gerät 2 auf Kanal 2 usw. Nun kann man zentral an einer Stelle beim Sender festlegen, dass in Programm 5 des Senders auf Kanal 1 der Program Change-Befehl 20, auf Kanal 2 der Befehl 33 usw. gesendet wird und man hat das gewünschte Ergebniss.

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