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Erste Hilfe für Verstärkeranlagen

So, es ist also was kaputt gegangen, womöglich auch noch während eines Auftritts? Das passiert auch Profis, ist also nicht peinlich. Das wichtigste ist jetzt: Ruhe bewahren und feststellen, welches Gerät betroffen ist, indem die möglichen Fehlerquellen nacheinander ausgeschlossen werden. Oft lässt sich dann noch etwas improvisieren und damit der Auftritt retten.
Hier einige Hinweise, was man noch versuchen kann oder was man tunlichst unterlassen sollte:

Feststellen, welches Gerät defekt ist:

  1. andere Kabel benutzen -
    tritt der Fehler noch auf, lag es nicht an den Kabeln.
  2. alle Effektgeräte, Vorschaltgeräte etc. rausziehen und nur die Kernanlage Instrument-Verstärker-Box testen -
    tritt der Fehler noch auf, können auch die Zusatzgeräte ausgeschlossen werden.
  3. Instrument an anderem Amp oder Mixer checken -
    funktioniert das Instrument, bleiben nur noch Amp und Box als Fehlerquelle übrig.
  4. Box an anderen Amp anschließen -
    funktioniert diese Kombination, ist also der Amp defekt.

Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch zum Check von Vorstufen, Mixern, Endstufen usw.

Boxen defekt:

Zerrt die Box, ist vielleicht nur ein einzelner Speaker defekt, den man einfach abklemmen kann. Danach natürlich Lautstärke drosseln, damit die anderen Lautsprecher nicht überlastet werden!

Elektronik defekt:

Netzleuchte brennt nicht: Netzkabel, Verteilerdose, Netzstecker, Netzbuchse am Gerät auf festen Sitz prüfen.

War das alles in Ordnung, kann die Netzsicherung des Gerätes durchgebrannt sein.
Normalerweise haben alle Geräte Sicherungen, die im Störfall die Elektronik schützen. Wenn Sicherungen durchbrennen, hat das immer einen Grund! Wer also mit Silberpapier, Alufolie oder einer stärkeren Sicherung versucht, den Auftritt zu retten, erhöht die sowieso kommenden Reparaturkosten ganz erheblich. Ist z.B. nur eine Röhre oder ein Endstufentransistor defekt, erhöht sich durch solche "Rettungsversuche" die Warscheinlichkeit, dass sich Netzteil, Ausgangstrafo und schließlich der Netztrafo auch noch verabschieden. Das kann mächtig teuer werden!

Defekte bei Röhrenverstärkern

Die folgenden beiden Tipps sind nur für Leute gedacht, die sich mit Elektronik auskennen. Für die versteht sich, dass im Röhrenverstärker hohe Spannungen benutzt werden, also Netzkabel ziehen und warten, bis die Röhren abgekühlt sind und keine spannungsführenden Teile berühren!

- Verstärker mit Röhrenendstufe:

Ist nur eine Röhre defekt und die Bleche im Glaskolben werden glühend rot, kann man diese Röhre entfernen. Dies geht bei Amps, die mehr als 2 Röhren in der Endstufe haben, also bei allen mit einer Leistung von mindestens 60 Watt. Man kann dann noch weiter spielen, allerdings nur bei gedrosselter Lautstärke! Das gilt auch, wenn man eine Ersatzröhre eingesetzt hat. Endstufenröhren müssen immer in selektierten, also speziell ausgemessenen und zueinander passenden Paaren, Quartetts, Sextetts benutzt werden. Also in jedem Fall vor dem nächsten Gig oder der nächste Probe den Service aufsuchen!

- Anderes Equipment mit Röhren:

Röhren sind sehr fragil und können mechanisch leicht beschädigt werden, z.B. durch Transport oder die ständige Vibration in Combos. Hat sich eine der Vorstufenröhren verabschiedet, kann sie testweise ausgetauscht werden. Eine ECC83 (=12AX7) sollte man immer in Reserve haben. Die weitaus meisten moderneren Amps benutzen ECC83 in der Vorstufe. Zur Not kann aber auch kurzfristig eine ECC81, ECC82 oder 7025 durch eine ECC83 ersetzt werden, denn diese Röhren sind pinkompatibel.

Probleme mit MIDI-Equipment

Wenn MIDI-Geräte den Dienst versagen, ist die Ursache nicht leicht festzustellen. Störungen in der Stromversorgung, Stromausfall, kurzfristige Überspannung, oder auch das Laden von Factory-Presets kann dazu führen, dass MIDI-Geräte nicht mehr auf den richtigen Sound umschalten.
Oft handelt es sich um ein simples Verständigungsproblem: das eine Gerät sendet auf Kanal 1, der Empfänger nimmt aber nur Informationen auf Kanal 16 wahr.

Vorgehensweise:
Beim MIDI-Empfänger den MIDI-Eingangs-Kanal auf "omni" stellen. Wenn der MIDI-Empfänger jetzt umschaltet, stimmten wohl der Sendekanal des einen und der Empfangskanal des anderen Gerätes nicht mehr überein, also den MIDI-Eingangs-Kanal des Empfängers und den MIDI-Ausgangs-Kanal des Senders auf die gleiche Kanal-Nummer einstellen.

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   © 2003-2017 Jochen Koeckler j.koeckler@ampservice.de